Die Neuapostolische Kirche Schweiz

News Gemeinde Rüti ZH

Taufgottesdienst von Yuna-Lia
26.08.2018 / Rüti ZH
Am Sonntag, 26. August 2018 feierte die Gemeinde Rüti die Taufe von Yuna-Lia. Den Gottesdienst hielt der Vorsteher der Gemeinde Rüti mit dem Textwort aus Jesaja 52,1, erster Teil: «Wach auf, wach auf Zion, zieh deine Stärke an! Schmücke dich herrlich, Jerusalem, du heilige Stadt!»

Hirte Anliker ging auf die besondere Altardekoration ein. Der Blumenschmuck in Form eines Schiffes stellte das Lebensschiff des Täuflings dar. Noch fährt dieses Schifflein in ruhigem Wasser, doch im Laufe des Lebens werden immer wieder Wellen an den Bug des Schiffes schlagen. Wichtig ist, bei starkem Seegang das Schiff auf Kurs zu halten oder nach dem Sturm eine Kurskorrektur vorzunehmen.

Dem Textwort ging die Begebenheit voraus, wo sich das Volk am Ufer des Sees Genezareth versammelt hatte, um Jesu Rede zu hören. Jesus bat einen der Fischer, die ihre Netze flickten, ihn in dessen Boot ein paar Ruderschläge auf den See hinaus zu fahren, um besser zu den Menschen sprechen zu können. Dieser Fischer war Simon Petrus, der trotz grosser Berufserfahrung in der vorangegangenen Nacht nichts gefangen hatte. Auf Jesu Hinweis fuhr er erneut hinaus. „Auf dein Wort hin, Herr, will ich es versuchen“. Dieser Versuch wurde mit einem reichen Fang belohnt. Hören wir immer auf die Stimme des Herrn, auch wenn wir meinen, wir wüssten über eine Sache besser Bescheid als jeder andere?

Der Textwortteil «Wach auf, zieh deine Stärke an» heisst auch so viel wie «Ruf in die Freiheit». Der Weckruf «Wach auf» heisst nicht, dass die Gläubigen in der Bank sitzen und schlafen, sondern sich ihre Gedanken vielleicht um das Irdische drehen. Wer sich davon frei macht, kann das Göttliche erkennen. «Ziehe deine Stärke an!»: Was bietet uns Gott, was sollen wir anziehen oder an uns heranziehen? Es ist der Glaube, die gegenseitige Liebe und das Gottvertrauen. «Schmücke dich herrlich, Jerusalem!»: Zeigen wir unseren Schmuck. Die Freude an der Gemeinschaft und die Dankbarkeit über unser verheissenes Ziel darf man uns ansehen.

Nach dem Chorlied «Es ist ein Tag voll Glanz und Pracht» bemerkte Priester Müller, dass man den Sonntagmorgen auch zu Hause verbringen, die Bibel lesen und schöne Musik hören kann. Das Wirken des Heiligen Geistes jedoch erlebt man nur im Gottesdienst. Schön, wer dieses Geschenk erkennt. Für ein Geschenk kann man oberflächlich dankbar sein, Danke sagen und wieder zur Tagesordnung übergehen. Tiefe Dankbarkeit äussert sich aber durch Taten – man setzt sich gern für den Geber der Gaben ein. Wenn wir von Gott Kraft empfangen, sollen wir uns für ihn einsetzen. Mit unserer Stärke können wir auch dem Nächsten Gutes tun.

Nach dem Lied mit Orgelbegleitung «Ich, der Herr von Erd und All» trat die Tauffamilie mit ihren Kindern an den Altar. Hirte Anliker leitete mit einem weiteren Teil der Altardekoration auf die Taufhandlung ein. Er zeigte der Gemeinde ein grosses, schweres Buch mit edlem Goldschnitt. «Jeder von uns hat so ein Lebensbuch», meinte er. Viele Einträge von verschiedenen Schreibern stehen darin. Auch der Herr will in unser Lebensbuch schreiben. Immer, wenn er eine Arbeit an uns tut, bekommt eine Seite eine feine goldene Prägung. Dem einzelnen Blatt Papier sieht man den Goldrand nicht an, aber im Gesamten betrachtet glänzt das Buch wunderschön.

Das Buch von Yuna-Lia ist jetzt noch leer, aber es braucht bereits einen stabilen Einband. Die Eltern des Kindes stellen diesen Einband dar, er gibt dem Inhalt Form und Schutz. Mit der Taufe schreibt Gott nun ganz vorne ins Buch - viele weitere goldene Seiten mögen folgen. Das Abschlusslied des Chores verdeutlichte den Wunsch der Anwesenden an die kleine Yuna: «Der Herr behüte dich».


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